am ende nichts

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No Name. Another Story of Love. Moah. hier kann dein text rein hier kann dein text rein
Kapitel 7. - Der Absturz

 "Pass auf, die Stufe knarrt immer...", flüsterte Cassie leise ihrem Begleiter zu, während sie vorsichtig die Treppe hoch schlichen und versuchten, möglichst still zu sein. Zu große Angst plagte das Mädchen, dass ihr Vater vielleicht aufwachen und sie zur Rede stellen könnte.

Als sie stumm die Zimmertür hinter sich schlossen, atmete Cassie erleichtert aus. Jetzt sollte es kein großes Problem mehr sein, nicht erwischt zu werden.

Neugierig schaute Tom sich in dem winzigen Zimmer um. Es passten kaum ein Bett, ein Schrank und ein Schreibtisch hinein, aber trotzdem sah es irgendwie gemütlich und einladend aus. Es passte zu Cassandra. An der Wand hingen zwei Fotos von Bill. Tom musste schlucken.

"Wo soll ich eigentlich schlafen?", unterbrach er die Stille und ließ sich erstmal zaghaft auf das gemütliche Bett sinken.

"Ehm..", kurz blickte Cassie sich um. Sonst hatten Bill und sie immer zusammen in ihrem Bett geschlafen, aber mit Tom ging das ja wohl eher nicht. "Schlaf am Besten in meinem Bett... wenn das okay für dich ist?" Fragend schaute sie ihn an.

"Für mich ist alles okay, aber was ist mit dir? Ich will dir wirklich nicht dein Bett weg nehmen!"

"Nein, nein.. Ist schon okay! Ich schau mal, ob mein Bruder noch wach ist. Der müsste noch irgendwo eine Luftmatratze haben.."

Bevor Tom irgend etwas erwiedern konnte, war sie schon verschwunden. Er nahm sich das Cap vom Kopf, öffnete seine Dreads, zog sich sein Shirt über den Kopf und entledigte sich seiner Baggy. So saß er nun auf ihrem Bett; nur in Boxershorts, aber wie sollte er auch sonst schlafen?

Bewaffnet mit einer neongrünen Luftmatratze und frischem Bettzeug, schlich Cassie wieder ins Zimmer. Als sie Tom sah, musste sie lächeln. Sie musterte ihn kurz und errötete, als ihr plötzlich auffiel, was für einen tollen Körperbau er doch hatte. Schnell machte sie sich daran, dass Kopfkissen zu beziehen, um nicht weiter hingucken zu müssen, als ihr der Bezug auf einmal sanft aus der Hand genommen wurde.

"Ich mach das schon.", lächelte Tom sie an und strich sich einen verirrten Dread aus dem Gesicht. "Mach du dich fertig."

Während Cassie sich im Bad fertig machte und Tom mit größter Mühe die Bettwäsche frisch bezog, fragte er sich, warum er auf einmal so nett zu ihr war. Er wusste beim besten Willen keine Antwort. Lag es vielleicht einfach nur daran, dass er Mitleid mit ihr hatte? Oder war etwa der Beschützer in ihm entfacht worden, als er sie weinend und zitternd auf der Parkbank hat sitzen sehen? Es war ihm auch egal.

Als Cassie wieder ins Zimmer kam, lag Tom schon müde in der frischen Bettwäsche und hatte Cassies auf die Luftmatratze gelegt. Das Mädchen trug nur ihr kurzes Nachthemd und als sie Tom dort liegen sah, fühlte sie sich komisch. So nackt und so zerbrechlich.

Schnell schlüpfte sie unter die schützende Bettdecke und sofort ging es ihr besser. So konnte er sie wenigstens nicht mehr angucken; zumindest bildete sie sich das ein.

Die Beiden redeten nicht mehr lange und verfielen schnell in ein beruhigendes und einschläferndes Schweigen. Bald darauf ertönte auch Toms gleichmäßiges und leises Schnarchen, welches Cassie aber auf keinen Fall als unangenehm empfand. Eher genoss sie es, so in den Schlaf getragen zu werden..

Mitten in der Nacht wachte Cassie auf. Ihr Kopf drohte zu platzen und sie zitterte am ganzen Körper; sie war auf Entzug. Ängstlich klammerte sie sich in den dünnen Stoff der Bettwäsche, konnte ihn aber nicht richtig halten, da sie ihre Finger vor lauter Zittern nicht mehr unter Kontrolle hatte. Sollte sie Tom wecken? Ach Quatsch, dachte sie sich, in ein, zwei Sekunden würde das Spiel auch schon wieder vorbei sein.

Doch das Gegenteil trat ein. Mit einem Mal wurde Cassie unglaublich schlecht, ihr Magen drehte sich um 180 Grad und sie rannte ins Bad. Sofort übergab sie sich in die Toilette, klammerte sich dabei so fest es ging an die Kloschüssel um nicht um zufallen, doch ihr Gleichgewicht war so beeinträchtigt, dass sie immer wieder gegen die Badezimmerwand sackte, um sich mit aller Kraft wieder zum Klo zu ziehen und sich erneut zu übergeben. Sie hatte unglaubliche Panik.

Im Zimmer nebenan war Tom mittlerweile durch das plötzliche rausrennen von Cassandra aufgewacht und rieb sich verschlafen die Augen. Er war immer noch nicht ganz wach, als er plötzlich realisierte, dass Cassie sich gerade im Bad übergab und sprang mit einem Satz aus dem Bett.

"Oh Gott, Cassie!", keuchte er, als er sah in welchem Zustand sie sich befand und wollten zu ihr kommen, um sie zu stützen.

"Fass mich nicht an!", kreischte sie auf einmal und drückte sich gegen die Wand.

"Aber..." Hilflos stand Tom an der Tür und schaute sie an. Noch nie hatte sie so fertig ausgesehen, wie jetzt.

"Fass mich nicht an hab ich gesagt!"

Ohne dass Tom sich überhaupt bewegt hatte, wurde sie noch hysterischer. Sie zitterte jetzt so stark, dass sie sich auf den Boden sinken ließ und ihren Kopf in ihren Händen vergrub, um den Schwindel zu unterdrücken. Sie merkte gerade noch, wie die Übelkeit wieder in ihr Hochstieg, klammerte sich ans Klo und übergab sich erneut.

Tom sah seine Chance, hechtete zu ihr und hielt ihr ihre Locken aus dem Gesicht. Sanft strich er ihr über den Rücken und flüsterte ihr beruhigende Worte zu.

"Tom, oh Tom!", schluchzte Cassie auf einmal und die ersten Tränen liefen ihr übers Gesicht.

Tom hockte sich neben sie und zog sie in eine feste Umarmung.

"Ist doch gut, Cassie. Ich bin doch da.." Ganz leise hauchte er ihr die Worte ins Ohr und strich ihr dabei über den Kopf.

Immer mehr Tränen bahnten sich den Weg über Cassies Gesicht und zersprangen auf den kalten Fliesen. Dauernd musste sie husten, da sie sich an ihren eigenen Tränen verschluckte oder durch das Weinen keine Luft mehr bekam. Ihr Körper zitterte so, dass Tom Mühe hatte, sie fest zu halten und darauf zu achten, dass sie nicht umkippte.

Lange saßen sie so da, Cassie weinend und an Tom gedrückt, bis sie ihn auf einmal unsanft weg schubste und sich erneut in dieser Nacht übergab und dabei kaum Luft bekam. Sie gab ein elendes Bild gab.

Tom fühlte sich so hilflos wie noch nie in seinem Leben. Er wusste nicht was er machen sollte und hatte so was doch auch noch nie erlebt. Er wartete bis sie fertig war, nahm ein Handtuch, hielt es unter kühles Wasser und wusch ihr damit kurz das Gesicht ab. Dann hob er sie vorsichtig hoch und trug sie in ihr Zimmer. Doch er legte sie nicht auf die Luftmatratze zurück, sondern bettete sie sanft neben sich in die weichen Küssen.

"Tom..", wimmerte sie leise und wieder begann sie zu weinen.

"Ist doch gut Cassie, alles wird gut.", flüsterte er und zog die Decke über ihren schmalen Körper. Erleichtert konnte er fest stellen, dass sie schon weniger zitterte.

Die ganze Nacht noch hielt Tom sie schweigend im Arm und flüsterte immer wieder sanfte Worte, auch als sie schon schlief. Er dagegen tat kein Auge zu. Er dachte an sie, an Bill und vor allem daran, wie er die Beiden wieder zusammen bringen konnte; auch wenn ihm der Gedanke überhaupt nicht gefiel. Er musste sich selber eingestehen, er hatte sich in Cassandra verliebt, doch allein für ihr Glück, würde er seine eigene Liebe für sie aufgeben.

24.3.08 02:13
 


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