am ende nichts

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No Name. Another Story of Love. Moah. hier kann dein text rein hier kann dein text rein
No lies; just love!

Kapitel 7. - Der Absturz

 "Pass auf, die Stufe knarrt immer...", flüsterte Cassie leise ihrem Begleiter zu, während sie vorsichtig die Treppe hoch schlichen und versuchten, möglichst still zu sein. Zu große Angst plagte das Mädchen, dass ihr Vater vielleicht aufwachen und sie zur Rede stellen könnte.

Als sie stumm die Zimmertür hinter sich schlossen, atmete Cassie erleichtert aus. Jetzt sollte es kein großes Problem mehr sein, nicht erwischt zu werden.

Neugierig schaute Tom sich in dem winzigen Zimmer um. Es passten kaum ein Bett, ein Schrank und ein Schreibtisch hinein, aber trotzdem sah es irgendwie gemütlich und einladend aus. Es passte zu Cassandra. An der Wand hingen zwei Fotos von Bill. Tom musste schlucken.

"Wo soll ich eigentlich schlafen?", unterbrach er die Stille und ließ sich erstmal zaghaft auf das gemütliche Bett sinken.

"Ehm..", kurz blickte Cassie sich um. Sonst hatten Bill und sie immer zusammen in ihrem Bett geschlafen, aber mit Tom ging das ja wohl eher nicht. "Schlaf am Besten in meinem Bett... wenn das okay für dich ist?" Fragend schaute sie ihn an.

"Für mich ist alles okay, aber was ist mit dir? Ich will dir wirklich nicht dein Bett weg nehmen!"

"Nein, nein.. Ist schon okay! Ich schau mal, ob mein Bruder noch wach ist. Der müsste noch irgendwo eine Luftmatratze haben.."

Bevor Tom irgend etwas erwiedern konnte, war sie schon verschwunden. Er nahm sich das Cap vom Kopf, öffnete seine Dreads, zog sich sein Shirt über den Kopf und entledigte sich seiner Baggy. So saß er nun auf ihrem Bett; nur in Boxershorts, aber wie sollte er auch sonst schlafen?

Bewaffnet mit einer neongrünen Luftmatratze und frischem Bettzeug, schlich Cassie wieder ins Zimmer. Als sie Tom sah, musste sie lächeln. Sie musterte ihn kurz und errötete, als ihr plötzlich auffiel, was für einen tollen Körperbau er doch hatte. Schnell machte sie sich daran, dass Kopfkissen zu beziehen, um nicht weiter hingucken zu müssen, als ihr der Bezug auf einmal sanft aus der Hand genommen wurde.

"Ich mach das schon.", lächelte Tom sie an und strich sich einen verirrten Dread aus dem Gesicht. "Mach du dich fertig."

Während Cassie sich im Bad fertig machte und Tom mit größter Mühe die Bettwäsche frisch bezog, fragte er sich, warum er auf einmal so nett zu ihr war. Er wusste beim besten Willen keine Antwort. Lag es vielleicht einfach nur daran, dass er Mitleid mit ihr hatte? Oder war etwa der Beschützer in ihm entfacht worden, als er sie weinend und zitternd auf der Parkbank hat sitzen sehen? Es war ihm auch egal.

Als Cassie wieder ins Zimmer kam, lag Tom schon müde in der frischen Bettwäsche und hatte Cassies auf die Luftmatratze gelegt. Das Mädchen trug nur ihr kurzes Nachthemd und als sie Tom dort liegen sah, fühlte sie sich komisch. So nackt und so zerbrechlich.

Schnell schlüpfte sie unter die schützende Bettdecke und sofort ging es ihr besser. So konnte er sie wenigstens nicht mehr angucken; zumindest bildete sie sich das ein.

Die Beiden redeten nicht mehr lange und verfielen schnell in ein beruhigendes und einschläferndes Schweigen. Bald darauf ertönte auch Toms gleichmäßiges und leises Schnarchen, welches Cassie aber auf keinen Fall als unangenehm empfand. Eher genoss sie es, so in den Schlaf getragen zu werden..

Mitten in der Nacht wachte Cassie auf. Ihr Kopf drohte zu platzen und sie zitterte am ganzen Körper; sie war auf Entzug. Ängstlich klammerte sie sich in den dünnen Stoff der Bettwäsche, konnte ihn aber nicht richtig halten, da sie ihre Finger vor lauter Zittern nicht mehr unter Kontrolle hatte. Sollte sie Tom wecken? Ach Quatsch, dachte sie sich, in ein, zwei Sekunden würde das Spiel auch schon wieder vorbei sein.

Doch das Gegenteil trat ein. Mit einem Mal wurde Cassie unglaublich schlecht, ihr Magen drehte sich um 180 Grad und sie rannte ins Bad. Sofort übergab sie sich in die Toilette, klammerte sich dabei so fest es ging an die Kloschüssel um nicht um zufallen, doch ihr Gleichgewicht war so beeinträchtigt, dass sie immer wieder gegen die Badezimmerwand sackte, um sich mit aller Kraft wieder zum Klo zu ziehen und sich erneut zu übergeben. Sie hatte unglaubliche Panik.

Im Zimmer nebenan war Tom mittlerweile durch das plötzliche rausrennen von Cassandra aufgewacht und rieb sich verschlafen die Augen. Er war immer noch nicht ganz wach, als er plötzlich realisierte, dass Cassie sich gerade im Bad übergab und sprang mit einem Satz aus dem Bett.

"Oh Gott, Cassie!", keuchte er, als er sah in welchem Zustand sie sich befand und wollten zu ihr kommen, um sie zu stützen.

"Fass mich nicht an!", kreischte sie auf einmal und drückte sich gegen die Wand.

"Aber..." Hilflos stand Tom an der Tür und schaute sie an. Noch nie hatte sie so fertig ausgesehen, wie jetzt.

"Fass mich nicht an hab ich gesagt!"

Ohne dass Tom sich überhaupt bewegt hatte, wurde sie noch hysterischer. Sie zitterte jetzt so stark, dass sie sich auf den Boden sinken ließ und ihren Kopf in ihren Händen vergrub, um den Schwindel zu unterdrücken. Sie merkte gerade noch, wie die Übelkeit wieder in ihr Hochstieg, klammerte sich ans Klo und übergab sich erneut.

Tom sah seine Chance, hechtete zu ihr und hielt ihr ihre Locken aus dem Gesicht. Sanft strich er ihr über den Rücken und flüsterte ihr beruhigende Worte zu.

"Tom, oh Tom!", schluchzte Cassie auf einmal und die ersten Tränen liefen ihr übers Gesicht.

Tom hockte sich neben sie und zog sie in eine feste Umarmung.

"Ist doch gut, Cassie. Ich bin doch da.." Ganz leise hauchte er ihr die Worte ins Ohr und strich ihr dabei über den Kopf.

Immer mehr Tränen bahnten sich den Weg über Cassies Gesicht und zersprangen auf den kalten Fliesen. Dauernd musste sie husten, da sie sich an ihren eigenen Tränen verschluckte oder durch das Weinen keine Luft mehr bekam. Ihr Körper zitterte so, dass Tom Mühe hatte, sie fest zu halten und darauf zu achten, dass sie nicht umkippte.

Lange saßen sie so da, Cassie weinend und an Tom gedrückt, bis sie ihn auf einmal unsanft weg schubste und sich erneut in dieser Nacht übergab und dabei kaum Luft bekam. Sie gab ein elendes Bild gab.

Tom fühlte sich so hilflos wie noch nie in seinem Leben. Er wusste nicht was er machen sollte und hatte so was doch auch noch nie erlebt. Er wartete bis sie fertig war, nahm ein Handtuch, hielt es unter kühles Wasser und wusch ihr damit kurz das Gesicht ab. Dann hob er sie vorsichtig hoch und trug sie in ihr Zimmer. Doch er legte sie nicht auf die Luftmatratze zurück, sondern bettete sie sanft neben sich in die weichen Küssen.

"Tom..", wimmerte sie leise und wieder begann sie zu weinen.

"Ist doch gut Cassie, alles wird gut.", flüsterte er und zog die Decke über ihren schmalen Körper. Erleichtert konnte er fest stellen, dass sie schon weniger zitterte.

Die ganze Nacht noch hielt Tom sie schweigend im Arm und flüsterte immer wieder sanfte Worte, auch als sie schon schlief. Er dagegen tat kein Auge zu. Er dachte an sie, an Bill und vor allem daran, wie er die Beiden wieder zusammen bringen konnte; auch wenn ihm der Gedanke überhaupt nicht gefiel. Er musste sich selber eingestehen, er hatte sich in Cassandra verliebt, doch allein für ihr Glück, würde er seine eigene Liebe für sie aufgeben.

24.3.08 02:13


Kapitel 6. - Der Moment zählt

Kein einziger Ton entfloh ihren trockenen Lippen, außer das gedämpfte Schluchzen, was Tom dazu veranlasste, Cassie noch fester in seine schützenden Arme zu schließen.

Wenn er doch wüsste wie schrecklich die Woche ohne Bill war. Tom hasste sich insgeheim für diese Frage, denn er konnte sie sich selbst beantworten.
Er wollte nicht noch mehr Salz in Cassie's offene Wunde streuen. Immer wieder beruhigte er sie, indem er sanft mit seiner Hand durch ihre Haare fuhr und ihr leise beruhigende Worte zuflüsterte.

Ihr Schluchzen verebbte und ihre Atmung hatte sich wieder beruhigt, doch noch immer klammerte sie sich fest an Tom und sog seinen frischen Duft ein.
"Danke Tom, Danke dass du da bist", flüsterte sie, um die Stille nicht störrisch zu unterbrechen, und erhob langsam ihren Kopf, damit sie ihm in die Augen schauen konnte.
Doch er lächelte nur und nickte langsam, hauchte ihr einen sanften Kuss auf die Stirn, um schließlich seinen Kopf auf ihrem abzulegen.
Für einen Moment verweilten die beiden so, genossen Berlin bei Nacht, das Rauschen der Autos, die vielen Lichter, in denen man sich verlieren konnte.

"Lass uns gehen, Tom", sagte Cassie, befreite sich aus seinen Armen und wischte sich die schon getrockneten Tränen von ihren erröteten Wangen.
"Oh Gott, ich muss doch grauenhaft aussehen", kommentierte sie seufzend, als sie den Rest ihrer schwarzen Schminke auf ihren Händen begutachtete.

"Prinzessin", seufzte Tom und verdrehte kurz seine Augen "Du siehst gut aus, auch wenn du nicht gut aussiehst, klar?"
Cassie lachte leise und knuffte ihm leicht in die Seite.
"Komm her Teddy" Sie beugte sich vor um ihn ein Kuss auf die Wange zu drücken, worauf Tom sie zufrieden angrinste "Lass uns die Sache für einen Moment vergessen, ja?"
Als Antwort nahm er ihre Hand.

Mit sicheren Schritten begaben die zwei sich in Richtung U-Bahn Station.
Immer wieder warfen die zwei sich verstohlene Blicke zu, Bill war für einen Moment vergessen, was ihr sichtbar gut tat, auch die Sucht nach dem ehrsehnlichen Stoff, den sie diese Woche in manchen Situationen ungern zugegeben mehr vermisste als Bill, war wie weggeblasen.

Stille Dunkelheit lag über dem kleinen Dorf nahe Berlin, als Tom und Cassie die Straße hinab schlenderten. "Tom, vielleicht ist das jetzt zu viel verlangt, aber...könntest du vielleicht heute noch bei mir bleiben? Also du musst nicht wenn-", fing Cassie an, wurde jedoch von ihm gestoppt "Ich bleib' bei dir solange du willst, im Moment ist das selbstverständlich, Cassie" Tom lächelte sie aufmunternd an als er das sagte. Verlegen schaute sie auf den Boden vor sich und wisperte ein leises 'Danke'.
Mehr konnte sie im Moment auch gar nicht... 

 

 

 

22.2.08 23:10


Kapitel 5. - Ich brauche dich!

 Cassandra schaute erneut auf ihre Uhr. 20:39 Wo blieb er nur? Schon neun Minuten zu spät! Nervös lehnte sie sich nach hinten auf der Bank, verschränkte ihre Hande auf ihrem Bauch und überschlug ihre Beine.

20:40, 20:41, 20:42, 20:43

Während sie wartete, versuchte sie das klaffende Loch in ihrer Brust zu ignorieren. Das Loch, welches sich immer wieder bei der Erinnerung an Bill öffnete. Und hier, hier war es am schlimmsten. Dort, am Eingang zum Zoo, hatten sie sich zum ersten Mal geküsst.

Unwillkürlich zog sich Cassandras Brust zusammen, sie schlang die Arme um sich selbst und holte tief Luft. Sie begann zu frieren. In solchen Momenten merkte sie, wie sehr sie Bill brauchte, ja, sogar zum überleben brauchte. Ohne ihn war sie nichts, wie eine leblose Hülle.

Es war ein hitziger Sommertag gewesen, als Bill sie wie so oft angerufen hatte, um sie irgendwo hin einzuladen. Diesmal hatte er den Zoo gewählt. Er holte sie ab und sah an diesem Tag einfach umwerfend aus. Auch Cassie sah einzigartig aus. Sie trug ein kurzes, luftiges Sommerkleid, Sandalen und eine weiße Schleife in ihren offenen, roten Locken. Bill betrachtete sie so einen Moment und ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen: "Du siehst wunderschön aus." Das Mädchen erötete, lächelte verlegen und hackte sich bei ihm ein. "Du auch." So liefen sie zusammen zum Zoo, während Bill eine lustige Gesichte nach der anderen erzählte. So viel hatte Cassandra noch nie an einem Stück gelacht. Kurz vor dem Eingang zum Zoo, hielt Bill sie plötzlich fest und zog sie in seine Arme. "Tut mir Leid, ich halt das jetzt nicht mehr länger aus...", flüsterte er sanft und schon lagen seine Lippen auf ihren.

Cassandra zitterte. Sie hätte diese Erinnerung nicht mehr zurück kommen lassen dürfen, nicht hier, nicht jetzt, nicht an diesem Ort. Sollte das jetzt alles wirklich vorbei sein? All' diese schönen Stunden mit ihm, all' diese Zweisamkeit und all' diese Liebe?

"Da bin ich.", hörte das Mädchen plötzlich eine Stimme hinter sich und sofort löste sie sich aus ihrere Starre und versuchte sich zusammen zu reißen.

"Hey Tom", sie drehte sich um und lächelte kurz.

Tom setzte sich neben sie und legte den Kopf in den Nacken. Cassie wurde ungeduldig. Sie konnte es kaum erwarten, das erlösende Zeug in ihren Händen zu halten, das Zeug, was sie vielleicht für einen kurzen Moment von ihren Schmerzen befreien könnte.

"Wo ist es?" Aus ihrer Stimme konnte man die Ungeduld nur so heraus hören.

"Hey, nicht so schnell! Du bekommst es schon noch, gedlude dich. Aber erst... lass uns reden."

Was wollte er mit ihr denn jetzt noch großartig reden? Sie wollte doch einfach nur ihr Zeug, um die Wunde in ihrer Brust wieder verheilen zu lassen. Mehr wollte sie doch gar nicht. Warum sah er das nicht ein?

Tom betrachtete sie kurz. "Du siehst nicht gut aus Cassie... Du leidest, oder?"

Cassandra senkte ihren Blick. Selbst ein Blinder würde bemerken, dass es ihr nicht gut ging, warum dann auch nicht Tom?

Ihre Hände verkranften sich und ihr ganzer Körper spannte sich an, als er sie in eine Umarmung zog. Sie wollte nicht berührt werden und schon gar nicht von ihm. Warum machte er das?

Sie versuchte sich aus seiner Umarmung zu befreien, doch Tom drückte sie nur noch sanfter an sich. Das kannte sie gar nicht von ihm..

"Psht, Cassie. Ich tu dir doch nichts..." Er hielt sie weiter in seinen starken Armen. "Du vermisst Bill... oder?"

 

20.2.08 11:55


Kapitel 4. - Ohne Dich.

Sie spürte die Tränen nicht, die ihre Wangen hinab liefen. Sie bemerkte zwar den Schleier, der sich über ihre Augen legte, doch sie schenkte dem keine Beachtung.
Es war doch egal. Alles egal. Ohne Sinn und ohne Zweck, ohne Ziel und ohne Leben.
Der Vorfall mit Bill war nun schon eine Wocher her. Die Woche brachte Schmerz mit sich, und wie sie es tat.
Nachdem Bill glaubte Cassandra hätte was mit Tom, seinem Zwillingsbruder, warf er sie aus dem Haus. Sie hätte doch alles erklären können...
Doch der Rausch benebelte sie, sie realisierte nicht dass ihr in diesem Moment der Boden unter den Füßen weggerissen wurde. Bill war doch ihr einzige Stütze. War...
Wie wahr es doch klingt. Jetzt hatte sie alles, und doch wieder nichts. Tagelang schloss sie sich in ihrem Zimmer ein, vermied Kontakt mit der Außenwelt,
nichtmal ihre Mutter kam an sie ran.
Sie konnte doch alleine zu Grunde gehen, wer interessierte sich schon für sie.
Mal wieder saß sie hier, in den aufgewühlten Kissen, machte sich Gedanken, Gedanken darum, wie lang sie es ohne den Stoff noch aushielt. Der Stoff...
Bill sollte eigentlich ihr Erster und Letzter Gedanke am Tag sein, doch Cassandra konnte es nicht verleugnen. Die Sucht nach den Drogen trieb sie in den Wahnsinn.
Jetzt wo Bill nicht mehr da war, konnte es ihr doch gleich sein, dachte sie.
Cassie ließ ihren Kopf erschöpft in ihre Hände fallen. Wie schrecklich sie doch aussehen musste. Ihre sonst so strahlenden Augen glichen einem elendigen Wrack, man sah ins verzweifelte Nichts.
Sie war erschöpft von den vielen Tränen, die ihren Augen in der trägen Woche schon entflohen waren. Gequält stieß sie einen Seufzer aus. So konnte es nicht weitergehen, aber was sollte sie machen?!
Ohne Tom war sie ebenfalls ein Niemand. Vielleicht sollte sie sich bei ihm melden, so oft hatte sie seine Nummer gewählt, letztendlich legte sie doch auf.
Doch jetzt war sie stark genug. Selbstsicher griff sie nach ihrem Handy, wählte Tom's Nummer und wartete bis er abhob.
"Nun geh schon ran", dachte Cassie sich aufgeregt.
Als Tom Cassie's Namen auf seinem Handydisplay aufblinken sah, nahm er verwundert ab.
"Cassie?! Schön dass du dich auch mal wieder meldest junge Dame..."
"Hey Tom, i...ich also, es tut mir Leid, aber ich dachte ich muss jetzt einfach anrufen", antwortete sie ein wenig aufgeregt. Sie durfte jetzt keine Angst haben, nicht jetzt.
Ein falsches Lachen ertönte in der Leitung "Du hast es wohl nicht lange ohne mich aushalten können, was?"
Sie konnte sein selbstbewusstes Grinsen praktisch spüren, Tom wusste genau was sie wollte.
"Haha Tom" Cassie verdrehte ihre Augen "Du weißt genau was ich will, also, treffen wir uns heute noch?", Fragte sie in der Hoffnung dass Tom bejahte.
"Moment, Moment Kleine! Denkst du eigentlich ich bin bescheuert?!", meinte er hitzig und fuhr mit seinem Gespräch fort.
"Cassie, ich bin im Moment knapp bei Kasse. Vergiss es!"
"Tom, verdammt. Ich brauch den Stoff, bitte! Ich bin am Ende, du bist meine letzte Hoffnung"
Cassie klang verzweifelt, jetzt, wo sie Tom brauchte, ließ sie ihn im Stich.
"Das ist dein Problem, kapier es. Du musstest doch das ganze Tütchen verprassen, Mensch. Wir treffen uns um 20.30 Uhr, du weißt wo. Bevor du mir hier noch die Ohren volljammerst", zischte er bevor er mit einem 'Bis dann' auflegte. Erleichtert bließ sie die Luft zwischen ihren Zähnen aus, und stand auf um sich fertig zu machen.
2.1.08 23:07


Kapitel 3. - Wie auf einer Wolke!

 Cassie hat den Bahnhof erreicht. Selbstbewusst und mit einem entschlossenen Blick steuert sie auf einen Jungen, etwa in ihrem Alter zu. Er steht dort, das eine Bein an die Wand angewinkelt und mit einer Zigarette im Mund. Eine Turmuhr schlägt gerade Mitternacht; genau pünktlich.

Wie selbstverständlich geht sie auf ihn zu, umarmt ihn gespielt zur Begrüßung und lässt dabei das kleine zusammen gebundene Bündel Geld in seine Jackentasche fallen. Auf der Toilette in dem kleinen Club wo sie vorhin war, hat sie ihr Geld gleich zu Toms dazu gesteckt.

"Und jetzt der Stoff.", raunt sie ihm leise zu und zündet sich dabei ebenfalls eine Zigarette an.

Sie ist nervös. Cassie macht das Ganze zwar nicht zum ersten Mal, aber trotzdem, jedes Mal und jeder neue Versuch bringt gleichzeitig tausend neue Gefahren mit sich.

"Ja, schon gut, warte noch eine Minute. Du kriegst dein Zeug ja noch."

Sie mustert den Typen von oben bis unten. Er sieht normal aus. Niemand würde so etwas von ihm denken und das ist auch gut so. Je unauffälliger, desto besser.

Ihre Zigarette ist mittlerweile schon beim Filter angelangt und Cassie tritt sie schnell aus. Ihr Gegenüber, den sie einfach nur den Dealer nennt, tut es ihr gleich.

"Okay Trish, war schön mit dir geredet zu haben. Man sieht sich!", grinst er, umarmt sie zum Abschied genauso wie sie es zur Begrüßung getan hat, nur mit dem Unterschied, dass er diesmal zwei kleine weiße Tütchen in ihre Jackentasche verschwinden lässt.

Grinsend dreht sie sich um und läuft die Treppen hinunter zur U-Bahnstation. Soll sie schon ein bisschen, oder lieber noch nicht? Im Inneren hat sie ihre Entscheidung aber schon längst getroffen.

In der Toilette des Bahnhofs angekommen, holt sie das kleine Tütchen raus und zieht eine kleine Linie auf der Ablage des Waschbeckens. Schnell greift sie sich einen fünf Euro Schein, rollte ihn zusammen, setzt ihn an und zieht. In ihrer Nase beginnt es verdächtig zu kribbeln, doch von der Wirkung ist noch keine Spur.

Zufrieden verlässt sie die U-Bahnstation wieder und schlägt diesmal den Weg zu der Wohnung ihres Freundes und somit auch seinem Zwilling ein. Sie ist gerade um eine Straßenecke gebogen, als ihr plötzlich auf einen Schlag warm, aber dann sofort wieder kalt wird. In ihrem Körper beginnt es zu kribbeln und es scheint ihr, als ob sich plötzlich alle Muskeln in ihrem Körper bewegen wollen. Cassies Herzschlag beginnt zu Rasen und scheint einen Wettlauf gegen die Zeit gewinnen zu wollen. Ein Grinsen breitet sich auf ihren Lippen aus. Wie sie dieses Gefühl doch liebt...

Kurz vor der Wohnung der Familie Kaulitz bleibt sie stehen, zückt ihr Handy und wählt Toms Nummer.

"Hey Tom, ich bins Cassie. Ich steh hier vor eurer Wohnung, machst du mir auf? Ich hab das Zeug und es ist echt gut!", kichert sie in ihr Handy und legt auf.

Unruhig und aufgedreht trippelt sie von dem einen Bein aufs andere, muss den plötzlich entstandenen Bewegungsdrang ausüben und ausleben.

"Na endlich machst du mir auf!", grinst sie und hüpft in die Wohnung.

"Psht Cassie! Meine Mum schläft schon! Geht das vielleicht auch noch ne Spur leiser? Außerdem... wie viel von dem Zeug hast du schon genommen?" Den letzten Satz flüstert er eher, als dass er ihn ausspricht, doch trotzdem hört Cassie ihn unnatürlich laut und schallend an ihrem Ohr.

"Viel mein lieber, sehr, sehr viel. Und es ist toll!"

Murrend nimmt Tom Cassie am Handgelenk und zieht sie in sien Zimmer, da sie gerade den Weg zur Küche einschlagen wollte. Dort setzt sie sich auf sein Bett und beginnt mit dem Fuß auf und ab zu wackeln.

"Hier hast du dein Zeug!", grinst sie und wirft ihm die kleine Packung zu. Gerade als Tom das weiße Pulver in seiner Schreibtischschublade verstaut hat, klopft es an der Tür und Bill kommt verschlafen, nur in Boxershorts heran.

"Bill mein Schatz!", kichert Cassie, als sie ihn entdeckt, hüpft auf ihn zu und schlingt ihre Arme um ihn.

"Cassie... Süße... Was machst du denn noch so spät hier? Und vor allem bei... Tom?" Sichtlich irritiert schiebt er sie ein Stück von sich weg und schaut ihr in ihre blauen Augen mit den deutlich geweiteten Pupillen.

22.12.07 01:22


Kapitel 2. -Ich warte, Kleine!

Tom's Blick blieb starr auf ihrem Gesicht, er wusste was er wollte, und sie spielte mit.
Von Außen gesehen spielte Cassandra das große, starke Mädchen, doch all das war nur eine einzige Maskerade.
Natürlich war sie verletzlich, doch das zeigte sie nicht, nicht mehr.
Nicht nachdem man ihr all diesen Schmerz zugefügt hatte.
"Honey, alles okay mit dir?", riss Bill sie aus ihren Gedanken.
Schnell wandt Cassie ihren Blick von Tom ab und schenkte ihrem Freund; Bill, ein gelogenes Lächeln.
"Natürlich Schatz", gab sie mit einem Hauch von Verständlichkeit von sich. "Wenn er nur wüsste...", dachte sie sich.
Cassie wusste was nachher auf sie zukommen würde, jedes mal das gleiche Spiel, das Spiel, indem sie in einer emotionslosen, trägen Welt, gefüllt mit Gleichgültigkeit gefangen war, und sich der Versuchung nicht stellen konnte.
"Ich geh mal schnell für kleine Jungs", grinste Bill und verschwand, aber nicht ohne seiner Freundin vorher noch einen leichten Kuss auf den Mund zu hauchen.
Cassie blickte ihrem Freund grinsend hinterher, während Tom hastig seinen Platz wechselte, um mit ihr den Plan durchzugehen.
"Hör zu Kleine", fing Tom mit einem befehlenden Ton an, dem Cassie aufgeregt horchte "Hier ist das Geld, keine langen Sperenzchen, wir treffen uns um 12 Uhr am Bahnhof, verstanden?"
Schnell drückte er Cassie die zusammengebundenen Geldscheine in die Hand, um kurz darauf mit einem Zwinkern zu verschwinden.
Nun saß sie da, mit ihren Gedanken an den beruhigenden Stoff, den sie in nicht allzu langer Zeit wieder spüren durfte.
Allein der Gedanke daran bereitete ihr Herzklopfen. Schnell steckte sie das Geld weg.
Als Bill wieder zurückkam, warf er ihren einen fragenden Blick zu, da Tom nicht mehr auf seinem Platz saß.
"Tom ist schon gegangen, er sagte er müsse noch etwas abholen", antwortete sie ihm lächelnd, und klopfte auf den freien Platz neben sich, auf den Bill sich sofort platzierte.
Die Zwei verbrachten noch eine Weile in der Bar, indem sie heiße Küsse austauschten. Doch letztendlich musste Cassie sich aufmachen, denn die Uhr tickte, und zugegeben konnte sie nicht mehr lange auf den heißersehnten Stoff verzichten.
"Mein Schatz, ich muss jetzt, du weißt dass ich Pia versprochen habe nochmal schnell bei ihr vorbei zu schauen", entschuldigte sie sich und legte ihren Kopf schief.
Bei diesem Blick konnte Bill ihr das nicht böse nehmen, und verabschiedete sich schweren Herzens mit einem langem, leidenschaftlichen Kuss bei ihr.
"Wir sehen uns morgen, kleine Lady" Er warf ihr ein Zwinkern hinterher, das sie mit einem Luftkuss erwiderte.
Nun konnte das Spiel beginnen, das Berliner Nachtleben konnte kommen.

21.12.07 19:56


Kapitel 1. - Ich hab' was für dich!

"Junge Dame? Wo willst du denn so spät noch hin?!" Cassie, getaufte Cassandra Susan Isabella Belaqua, drehte sich auf dem Treppenabsatz um und starrte ihren Vater an.

"Erstens, bin ich keine Junge Dame und zweitens ist es nicht spät. Es ist gerade mal 23 Uhr. Und genau deshalb werde ich jetzt gehen. Es ist Samstag!"

Sie warf ihre roten Locken über die Schulter, drehte sich wieder um und schnappte sich im vorbei gehen ihren Schlüssel vom Haken, ihren schmipfenden Vater oben im ersten Stockwerk ignorierend.

"Cassandra!! Wenn du jetzt nicht auf der Stelle hierher kommst, dann..."

"Dann was?!" Provozierend blickte sie über die Schulter zurück.

"Dann erzähl ich deiner Mutter von deinen schlechten Noten in der Schule!" Ihr Vater war mittlerweile rot angelaufen und faltete verkrampft seine Hände ineinander.

"Oh mein Gott. Machst du sowieso nicht...", nuschelte sie mehr zu sich selbst, während sie die Wohungstür mit einem lauten Knall hinter sich zuschmettern ließ.

Immer zwei Stufen auf einmal nehmend, sprang sie die Treppen der vier Stockwerke des Hochhauses hinunter und atmete draußen die beruhigende, kühle Nachtluft Berlins ein. Es roch nach Abgase und Rauch, aber es hatte einen angenehmen Einfluss auf Cassie. Nichts mochte sie mehr als Berlin bei Nacht. Von irgendwoher dröhnte die Sirene eines Krankenwagens und das gleichmäßige Hupen der Autos drang an ihr Ohr.

Während sie den Weg zu einem nahe gelegenen Club einschlug, steckte sie sich eine Zigarette an und inhalierte den blaugrauen Rauch. Ihr Vater würde sich hüten ihrer Mum was von den schlechten Noten in der Schule zu erzählen. Er versuchte so gut es ging jedes Streitthema zu umgehen und dies war ganz sicher eins. Also brauchte die 17 jährige sich keine weiteren Sorgen darum machen.

Als sie um die Ecke bog, leuchteten ihr sofort die hellen Neonschilder des Clubs entgegen. Kurz bevor sie den Eingang erreicht hatte, trat sie ihre Kippe aus und stellte sich dem Türsteher gegenüber. Er war neu hier und sie ging ihm gerade mal bis zur Schulter.

"Was willst du hier? Du hast dich wohl im Club geirrt. Sowas wie du kommt hier nicht rein." Er musterte sie von oben bis unten.

Cassie stemmte die Arme in die Hüften. Was fällt dem Kerl eigentlich ein? Sie hatte zwar einen außergewöhnlichen Style, aber das hieß noch lange nicht, dass sie nicht in ihren Lieblingsclub rein kam.

"Jetzt hören Sie mir mal zu, Sie Großkotz. Ich bin hier Stammkundin und nur weil Sie neu hier sind, gibt das Ihnen noch lange kein Recht, sich so etwas heraus zu nehmen!" Mit jedem Wort baute sie sich Stück für Stück mehr vor ihm auf.

"Schon gut Cassie, ich mach das. Lass sie rein Ulf!"

Ein zweiter Türsteher kam von hinten und öffnete ihr das rote Band, welches ihr den Weg zum Eingang versperrt hatte.

"Danke Lucas.", bedankte sie sich grinsend und stieg die wenigen Treppen hinab in den Club. Stickige Luft schlug ihr entgegen und laute Bässe drangen an ihr Ohr. Genauso wie sie es liebte.

Zielsicher steuerte sie auf die Bar an und setze sich auf einen Hocker.

"Einen Malibu Maracuja, bitte.", meinte sie sofort ohne zu Zögern, als der Barkeeper fragte, was sie denn trinken wolle. Etwas leichtes für den Anfang war ja keine Schande.

Keine zwei Minuten später saß sie mit ihrem Cocktail in der Hand da und überblickte die Lage. Dort hinten, in einer kleinen Sitzecke sah sie ihn endlich; Bill, ihren Freund.

Lächelnd lief sie auf ihn zu, stellte das Getränk vor ihn auf den Tisch, beugte sich zu ihm runter und gab ihm einen sanften Kuss.

"Ich hab schon auf dich gewartet.", grinste Bill sie an und zog sie auf ihren Schoß, sodass ihr Rücken an seiner Brust lag.

"Tut mir Leid, ich konnte nicht schneller.", nuschelte sie in ihr Glas hinein, während sie Tom, Bills Zwilling fixierte, welcher ihr gegenüber saß. Tom; ihr Boss.

21.12.07 02:01


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